Geschichte

Werbeplakat Firmengründerin
Eintrittskarte 1926
Maskenball 1928
Tanzkurs in den 20ern
Umzug in die Bockenheimer 1957
Tanztunier in den 60ern
Livebands im großen Saal
2 DJs 4 Plattenspieler
Büro in der Bockenheimer
Familie Wernecke in den 80ern...
...und Anfang der 90er

Die Tanzschule Wernecke feierte 2019 ihr 100jähriges Bestehen!

Musik war in der Familie Wernecke schon immer ein fester Bestandteil. Mittlerweile Unterrichtet die 3. Generation Schüler aller Alterskassen.

1919 beginnt die noch junge Hildegard Wernecke das Abenteuer der Selbständigkeit. Nachdem sie schon erfolgreich Gitarren- und Lautenunterricht gegeben hat, fängt sie in der Schweizer Straße an, ihrer Leidenschaft, dem Tanzen, nachzugehen. Neben dem Gesellschaftstanz gibt es auch Ballettunterricht, der auch heute noch Bestandteil des Kursangebotes der Tanzschule ist. Der Unterricht wurde am Anfang noch von einem Klavierspieler begleitet, später kam das Grammophon dazu. Das Grammophon ist noch immer im Familienbesitz und auch jede Menge Schellackplatten haben die Zeit überlebt.

Bälle und Veranstaltungen machte Hildegard Wernecke im Volksbildungsheim. Dem heutigen Metropolis, dem Hauptsitz der Tanzschule. Mit dem Erfolg mussten neue Räume her und die waren in der Gartenstraße 6 gefunden. Dort wuchs auch der Sohn, der 1926 geborene Helmut Wernecke auf, der auch heute noch unterrichtet. Die großen Räume hatten sogar eine Außentanzfläche im Garten.
Die Räume wurden in den 30er Jahren vom Luftschutz beschlagnahmt, neue Räume wurden in der Bockenheimer Landstraße am Palmengarten gefunden. Diese brannten dann im Krieg nieder, heute steht an der Stelle die Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Nach dem Krieg musste die Familie neu anfangen, Helmut machte eine Ausbildung zum Elektriker und lernte seine spätere Frau Rosemarie kennen. Rosi überredete ihren Mann, in die Fußstapfen seiner Mutter zu treten und sie machten gemeinsam eine Ausbildung als Tanzlehrer in Kassel. Die Mutter von Helmut Wernecke überließ den beiden dann den Gesellschaftstanz. Die ersten Kursen gaben sie in einem Nachtclub an der Bockenheimer Warte. Ihr erstes Geld verdienten sie mit Privatstunden und die Schule wuchs und die Schüler wurden mehr, so dass die Räume irgendwann nicht mehr ausreichten.

Nach einer weiteren Zwischenstation wurden dann 1957 die großen Räume in der Bockenheimer Landstraße 72-74 gefunden. Die für die damalige Zeit sehr modernen Räume gaben dem Ehepaar ganz andere Möglichkeiten, so dass die Schule immer mehr Zulauf der Frankfurter bekam. Besonders die Veranstaltungen damals, die sogenannten Gammelpartys, erfreuten sich großer Beliebtheit. Auch Tanztuniere wurden dort abgehalten, da der große Saal der Tanzschule über 300 qm ohne Säulen hatte.

Die 60er Jahre waren für das Ehepaar außerordentlich Erfolgreich. die Schülerkurse waren stets ausgebucht, die Veranstaltungen gut besucht. Auf der Bühne im Saal spielten dann auch bald Livebands. Die Musik in den Kursen wurde mit Tonbandmaschinen, Kassettenrecorder und Plattenspielern abgespielt. Aber auch ein Klavier stand am Anfang noch im Saal. Mitte der 60er erblickte dann der Sohn Marc die Welt, knappe 2 Jahre später folgte sein Bruder Oliver. Rosemarie gelang das Spagat zwischen erfolgreicher Firma und Familie.

In den wilden 70ern waren insbesondere die Veranstaltungen ein Highlight. An Fasching gab es 8 Partys, 6 davon an 5 Tagen hintereinander. Über 800 Besucher pro Veranstaltung stürmten die Tanzschule. Die Ausstattung der Tanzschule war wegweisend. 2 DJs mit 4 Plattenspielern brachten den Saal zum kochen. Spätere Radiomoderatoren verdienten sich dort ihre ersten Sporen. Die Jugend traf sich bei Wernecke. Der Erfolg wurde in die 80er transportiert und die Söhne machten ihre ersten Tanzkurse im Gesellschaftstanz, nachdem sie als Kinder in den Ballettklassen waren.

In den 80ern kam dann die schwierigste Zeit für die Tanzschule und für das Ehepaar Wernecke. Der U-Bahnbau versteckte die Tanzschule hinter Bauzäunen, die Schule war extrem schlecht zu erreichen. Was sich dann auch in den zurück gehenden Schülerzahlen bemerkbar machte. Helmut Wernecke hielt aber an dem Standort fest und hoffte darauf, dass, nachdem die Station Westend endlich fertig ist, die Schüler wieder zurück kommen. Die Zeit dauerte allerdings länger als geplant, so dass das Ersparte dran glauben musste, um die Schule zu halten. Die Söhne machten dann Ende der 80er Jahre in Heidelberg ebenfalls die Ausbildung zum Tanzlehrer und übernahmen dann schon während der Ausbildung einen Teil des Unterrichts, da Vater Helmut sehr schwer erkrankte und für ein Jahr komplett ausfiel. Marc Wernecke machte nach der Ausbildung zum Tanzlehrer noch eine Ausbildung zum Tontechniker an der SAE. Oliver Wernecke ist mittlerweile praktischer Ausbilder im ADTV für angehende Tanzlehrer.

Das Durchhalten und Festhalten am Standort in der Bockenheimer Landstraße zahlte sich dann doch aus. Mit der Eröffnung der U-Bahn und der Station direkt vor der Haustür nahmen auch die Schülerzahlen wieder zu, so dass in den 90ern die Erfolgsgeschichte weiter geschrieben werden konnte. Das blühende Beet vor der Tanzschule war der große Stolz von Helmut. Die Tanzschule florierte und die Räume wurden vielfach umgebaut und verändert.

Bis 2002 dann der nächste Schock kam: Die Räume werden verkauft, der Mietvertrag nicht verlängert. 46 Jahre war die Tanzschule Mieter bei der DAG, der Deutschen Angestellten Gewerkschaft, die damals mit Verdi fusionierte. Um andere Projekte zu finanzieren wurden Immobilien der DAG verkauft und damit ein möglichst hoher Betrag eingenommen werden konnte, die Räume entmietet.

Nach langem Suchen und sehr viel Glück wurden die Räume im 2 Jahre zuvor eröffneten Metropolis gefunden. Nachdem ein geplantes Nobelrestaurant in letzter Minute abgesprungen ist, übernahm die Tanzschule die heutigen Räume, die damals noch ein durchgehender Rohbau waren. Die Aussicht und Stelle waren für Tanzschule sehr geeignet, nur leider zu klein, so dass noch zusätzliche Räume gesucht wurden. Übergangsweise durfte die Tanzschule im damals leer stehenden Teil des Gesellschaftshauses, dem Irissaal im Palmengarten, Unterricht geben, um dann feste Räume direkt am Südbahnhof anzumieten. Später kamen dann noch die Räume in Neu-Isenburg dazu, so dass die Tanzschule jetzt an 3 Stellen in und um Frankfurt unterrichtet.